Sie sind hier: Startseite
07.09.2018

Bätzing-Lichtenthäler: Wohn-Pflege-Gemeinschaften sind ein Zukunftsmodell – nicht nur für kleine Gemeinden

„Wir werden den Aufbau von Wohn-Pflege-Gemeinschaften und anderen gemeinschaftlichen Wohnformen weiter unterstützen“, so Sozial- und Demografieministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler anlässlich der heutigen Tagung zum Thema „Selbstorganisation in Wohn-Pflege-Gemeinschaften durch gemeinsame Verantwortung“. Hier trafen sich Modellkommunen zum Austausch, die im Landesprojekt „WohnPunkt RLP“ intensiv bei der Verwirklichung ihrer Vorhaben begleitet werden – damit auch ältere Menschen im vertrauten Umfeld wohnen bleiben können.

„Die Menschen wollen zuhause alt werden, im gewohnten Umfeld. Dafür werden neue Versorgungskonzepte benötigt, mit einer Mischung aus professionellen und bürgerschaftliche Unterstützungsangeboten“, so die Ministerin. „In Wohn-Pflege-Gemeinschaften wohnen Menschen mit Pflegebedarf fast wie in einer großen Familie zusammen. Jeder hat ein eigenes Zimmer, der Alltag wird zum großen Teil in Gemeinschaftsräumen zusammen verbracht – natürlich mit Unterstützung: Gerade in der intelligenten und effizienten Zusammenarbeit von Angehörigen, Fachkräften und bürgerschaftlich Engagierten liegt die Zukunft guten Kümmerns für Menschen mit Unterstützungsbedarf. Wenn das ganze Dorf bei der Verwirklichung einer Wohn-Pflege-Gemeinschaft mitwirkt, stärkt das den Zusammenhalt und die Attraktivität des Dorflebens als Zuhause bis ins hohe Alter.“

Bei der Entwicklung solcher Angebote vor Ort ist eine gute Begleitung für die Dörfer wichtig, gerade weil die Prozesse von Idee über die Planung bis hin zum fertigen Bau oft mehrere Jahre dauern. „WohnPunkt RLP“ wird deshalb bis Anfang 2019 evaluiert und dann in angepasster Form fortgesetzt. Einige Ergebnisse aus der Evaluation wurden auf der heutigen Tagung bereits vorgestellt: Zum Beispiel gilt es, ein besonderes Augenmerk auf die Begleitung von Abstimmungs- und Aushandlungs-prozessen zwischen den Projektpartnern sowie mit externen Stellen wie Banken, Behörden oder Pflegekassen zu legen. Darüber hinaus benötigen auch professionelle Partner wie Pflegedienste oft gezielte Unterstützung und ausreichend Zeit, um sich für ihre neue Rolle auch organisatorisch und betriebswirtschaftlich neu aufzustellen. Nach Abschluss und Bewertung der Evaluation wird bekannt gegeben, wann und unter welchen Voraussetzungen sich weitere Modellkommunen bewerben können. Interessierte Initiativen können sich auch früher schon an die Landesberatungsstelle Neues Wohnen bei der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) wenden und sich über vielfältige Fördermöglichkeiten informieren.

„WohnPunkt RLP“ unterstützt in einem mehrjährigen Prozess ländliche Gemeinden in allen Fragen, die es von der Idee bis zur Realisierung zu klären gilt. Dabei geht es zum Beispiel um die Bedarfsermittlung, den Standort, den barrierefreien Umbau, sozialrechtliche Fragen und darum, wie die Einbindung in das Dorfleben organisiert werden kann. Vor Ort werden mit den Bürgerinnen und Bürgern passende Lösungen entwickelt – unterstützt von einem Expertennetzwerk. Das Projekt „WohnPunkt RLP“ wird von der LZG durchgeführt und finanziell durch das Sozialministerium gefördert.

Weitere Informationen erhalten Sie auf www.WohnPunkt-RLP.de

Mehr zu gemeinschaftlichen Wohnformen, guten Beispielen aus Rheinland-Pfalz, finanziellen Fördermöglichkeiten und Beratungsangeboten gibt es auf der Homepage www.wohnen-wie-ich-will.rlp.de

Quelle: msagd.rlp.de